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Schneller als der Blitz: Fake-Blitzer in der Südwestpfalz

Ein Fake-Blitzer in der Südwestpfalz sorgt für Verwirrung und putzt Raser auf. Wer bremst, verliert nicht nur Zeit, sondern auch die Vernunft.

Jonas Weber10. Juni 20262 Min. Lesezeit

Ein merkwürdiges Phänomen hat sich jüngst in der Südwestpfalz ereignet: Ein Fake-Blitzer sorgt dafür, dass Autofahrer, die normalerweise mit dem Fuß auf dem Gaspedal kleben, plötzlich in eine artifizielle Bremsbewegung verfallen. Das kann man als Schikane oder als eine Art lehrreiche Maßnahme betrachten. Ich neige zur Letzteren.

Zunächst einmal ist es erfreulich zu sehen, dass durch diesen Fake-Blitzer einige Raser zur Vernunft gebracht werden. In einer Zeit, in der Geschwindigkeitsübertretungen nicht nur von Radargeräten, sondern auch von Smartphones erfasst werden können, ist es schon fast ironisch, dass ein nicht funktionsfähiges Gerät die Gemüter der schnell fahrenden Zeitgenossen erregt. Das ist, als würde ein ungenutzter Regenschirm als Art Waffe gegen die trostlose Wetterlage dienen: völlig ineffektiv, aber dennoch faszinierend. Die Tatsache, dass Autofahrer in Sekundenbruchteilen ihre Geschwindigkeit regulieren, spricht Bände über ihre Gewohnheiten. Ist man so schnell unterwegs, dass man einen Fake-Blitzer nicht als solchen erkennt?

Ein weiteres Argument für das Vorgehen ist die damit verbundene Aufmerksamkeit, die auf das Thema Verkehrssicherheit gelenkt wird. Man könnte argumentieren, dass ein Scheingewitter von Blitzern die Menschen dazu bringt, über ihr eigenes Fahrverhalten nachzudenken. Es ist an der Zeit, dass Autofahrer anfangen, den Zusammenhang zwischen ihrer Geschwindigkeit und der Sicherheit auf den Straßen zu verstehen. Wenn ein einfaches, nicht funktionierendes Gerät dazu dient, diesen Gedanken zu initiieren, dann soll es mir recht sein. Man mag es für absurden Zeitvertreib halten, ich sehe es als eine Form der Aufklärung im Alltag. Man könnte fast sagen, es ist der Aufruf zur Raison, der so dringend benötigt wird.

Natürlich gibt es auch die Kritiker dieser unorthodoxen Maßnahme. Einige werfen den Veranstaltern vor, sie würden mit einer Art Schattenspiel die Menschen in die Irre führen. So verständlich das ist, so wenig kann ich den Einwand nachvollziehen. Verkehrssicherheit ist kein Spiel, und wenn ein Fake-Blitzer dazu führt, dass Menschen langsamer fahren und nachdenken, dann hat es seinen Zweck erfüllt. Sicherlich sollte man auch auf die komischen Seiten dieser Sache blicken: Autofahrer, die im Schritttempo an einem Fake-Blitzer vorbeifahren, wirken oft wie Schauspieler in einer schlechten Komödie. Doch das ist letztlich eher ein Nebenaspekt in einer sehr ernsten Diskussion.

In einer Welt, in der wir ständig abgelenkt werden, von Smartphones und der nächsten Musikstreaming-Plattform, ist es erfrischend, wenn ein Kunstgriff wie dieser die Menschen zurück zu ihren Wurzeln – zu einer verantwortungsvollen Fahrweise – führt. So bleibt der Fake-Blitzer in der Südwestpfalz ein beunruhigendes, aber auch lehrreiches Mysterium. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Bremse nicht nur am Auto, sondern auch im eigenen Verhalten zu betätigen.

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