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Sport

Emotionen und Stolz: Khvicha Kvaratskhelia im Gespräch

Khvicha Kvaratskhelia teilt seine Gedanken über die letzte Saison, den Druck im Profifußball und seinen Stolz, Georgier zu sein. Ein aufschlussreiches Interview.

Clara Müller23. Juni 20263 Min. Lesezeit

In einem kleinen Café in einem ruhigen Vorort von Neapel, umgeben von den Geräuschen der Stadt, erkenne ich Khvicha Kvaratskhelia sofort. Sein zurückhaltendes Lächeln und die entspannte Haltung strahlen eine Gelassenheit aus, die mich überrascht. Der junge georgische Fußballer hat in seiner ersten Saison in der Serie A mit Napoli nicht nur die Herzen der Fans erobert, sondern auch seine eigene Leistungsfähigkeit auf ein neues Level gehoben. Doch hinter diesem strahlenden Erfolg verbirgt sich eine tiefere emotionale Ebene, über die er im Interview offen spricht.

Als wir uns an einen kleinen Tisch setzen, beginnt Kvaratskhelia, über die Herausforderungen seiner ersten Saison zu reflektieren. „Es war wie ein Traum“, sagt er langsam, während er nach den richtigen Worten sucht. „Ich erinnere mich an den Druck. Manchmal war es überwältigend. Aber ich habe viel gelernt.“ Diese letzte Saison, in der er sich gegen etablierte Spieler beweisen musste, hat ihn geprägt. Ja, der Druck war enorm, aber gleichzeitig war es für ihn eine Art Befreiung. Die Möglichkeit, auf einem so hohen Niveau zu spielen, hat ihm die Augen geöffnet.

Er spricht von der Unsicherheit, die oft mit dem Wechsel in eine neue Liga einhergeht. „Niemand kann wirklich vorbereitet sein auf das, was kommt. Ich habe manchmal an mir selbst gezweifelt, ob ich das Niveau halten kann.“ Doch diese Zweifel, so erklärt er, haben auch eine positive Seite. Sie haben ihn angetrieben, härter zu arbeiten, sich weiterzuentwickeln und seine Emotionen besser zu steuern.

In einer Welt, in der Erfolg oft über alles steht, ist es erfrischend zu hören, wie Kvaratskhelia den persönlichen Wachstumsprozess schätzt. „Die Emotionen sind ein Teil des Spiels. Wenn du keine Emotionen zeigst, bist du nicht menschlich. Aber du musst lernen, sie zu kontrollieren“, sagt er und blickt nachdenklich aus dem Fenster. Die Straße ist lebhaft, mit Passanten, die ihren Geschäften nachgehen, während er in seine Gedanken versunken ist.

Das Gespräch schwenkt zu seiner Identität als Georgier. „Ich bin stolz darauf, wo ich herkomme“, erklärt er mit einer Intensität, die nicht zu übersehen ist. „Georgien hat so eine reiche Geschichte, und ich fühle es in jedem Spiel. Die Unterstützung von zu Hause, das sind nicht nur Fans; das sind meine Freunde, meine Familie. Sie tragen mich, sie sind immer bei mir.“ In seinen Augen blitzt eine leidenschaftliche Entschlossenheit auf, wenn er von der Verantwortung spricht, nicht nur als Spieler, sondern auch als Botschafter seines Landes zu fungieren.

In dieser Saison ist er in einer anderen emotionalen Verfassung. „Ich fühle mich sicherer“, sagt er, als wir über den aktuellen Stand seiner Karriere sprechen. „Ich habe die Liga besser verstanden, ich weiß jetzt, was ich tun muss. Zudem gibt es da diese wunderbare Unterstützung von unseren Fans.“ Diese Wertschätzung für seine Mitspieler und das gesamte Team zeigt sich in seinem Lächeln. Kvaratskhelia hat die Fähigkeit, die kollektive Energie in sein individuelles Spiel zu integrieren, und das gibt ihm eine neue Dimension.

Es ist nicht zu leugnen, dass die Erwartungen an ihn gestiegen sind, aber Kvaratskhelia scheint bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. „Ich liebe es, das Spiel zu spielen. Es gibt nichts Schöneres, als auf dem Platz zu stehen und die Leidenschaft zu spüren. Das ist mein Leben.“ Während er das sagt, spüre ich die Authentizität seiner Worte.

Mit einem weiteren Blick nach draußen, als ob er dort seine Inspiration findet, sagt er: „Jeder Tag bringt neue Emotionen, und ich bin bereit, sie zu erleben. Das ist es, was das Spiel so lebendig macht.“ In diesem Moment wird mir klar, dass es weniger um den Erfolg selbst geht, sondern vielmehr um die Reise – die emotionalen Höhen und Tiefen, die jeden Schritt begleiten. Khvicha Kvaratskhelia ist mehr als nur ein talentierter Fußballer; er ist ein Künstler, der sein Handwerk mit einer tiefen Verbundenheit zu seiner Herkunft und seiner Leidenschaft für das Spiel ausführt.

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